endlich sommerferien

endlich sommerferien, prolog

sie beginnen in genau elf stunden. oder 1100 km.
elf stunden ist dabei ein mittelwert. ich werde am ende dann doch 12 gebraucht haben. mein schwiegervater schafft es in guten 10 stunden. das trägt nicht unbedingt zu meinem ansehen in der familie bei – aber immerhin habe ich mich noch nie verfahren oder es nicht gefunden. aber auch das wird sich bei dieser fahrt ändern. man weiß das ja alles nie, wenn man losfährt, ist auch besser so, sonst würde man es wahrscheinlich sein lassen. so mache ich mich aber wieder mal wagemutig auf den weg in die polnische hauptstadt WARSCHAU.

palac kultury

ich würde ja gerne mal meinem navi nachfahren und damit vom süden deutschlands aus quer durch die tschechische republik fahren. das findet aber mein schwiegervater VIEL zu heikel, alles verbrecher da, da kann man nicht rumfahren. gut, lass ich das lieber und nehme einen umweg in kauf. der führt über dresden und görlitz. ein gutes stück vor der grenze lauert SELB, kurz hinter der grenze lauert BUNZLAU (boleslawiec). ich fahr allein, also lauert auf mich gar niemand.

endlich sommerferien (ctd.)

billiges benzin – oder halt gar keins

ich widerstehe den lockungen von kaolin, feldspat und quarz (???), muss aber tanken. am besten, so hab ich mir das von meinem vater beibringen lassen, fährt man den tank mit einer punktlandung in ein billigbenzinland leer. das gelint mir meistens – nicht. ich tank dann immer kurz vor der grenze noch für´n zehner, weil meine frau mir einen nervösen puck ins ohr setzt, das es doch nicht reichen könnte und wir das auto dann über die oder schieben müssen. diesesmal lass ich das, ich bin ja allein, ich schaff das schon. das fiese bei unserem auto ist, dass die reichweitenanzeige einige kilometer bevor sie auf null springt ausgeht. meistens verpasst man den genauen moment und dann weiß man nie, wie weit der tank noch reicht und wo man war, als es z.b. noch für 60km sprit im tank gab. diese situation tritt bei mir diesesmal in görlitz ein. kein problem, denk ich mir, direkt hinter der grenze, im schönen bunzlau gibt es ja eine tankstelle. ja, die haben da auch einen geschirrverkauf. sehr clevere geschäftsidee! was mir aber keiner gesagt hat: seit der letzten fahrt gibt es eine umgehung. man muss nicht mehr durch bunzlau durch. man kann aber – ganz die polnische lösung – auch nicht von der autobahn abfahren, wenn man will… man muss entweder 20 km vorher wissen, das man rauswill oder fährt erst einmal um die stadt rum um dann abzufahren. echt abgefahren. jetzt läuft mir also langsam der schweiß, das benzin wird knapp, die dunkelheit bricht herein – das ist ein prima cliffhanger; bald mehr im nächsten teil…